Die größte empirische Studie für den Einsatz von Social Media für Personalmarketing und Recruiting liegt vor!

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Umfragen zum Einsatz von Social Media im Kontext Personalmarketing & Recruiting gibt es viele. Seit 2009 gab es eine wahre Flut von „Studien“ zu diesem Thema. Oft basierend auf Befragungen, in der Personalentscheider angeben, dass Social Media ein sehr wichtiges Thema ist. Um das Ganze einmal empirisch zu unterfüttern und objektive Daten zu bekommen, haben Dr. Christoph Beck von der Fachhochschule Koblenz und ich in meiner Rolle als Chef der Employer Branding / Personalmarketing und Recruiting Agentur embrace bereits im letzten Jahr empirisch untersucht, wie in den DAX, MDAX und TecDAX Unternehmen Social Media tatsächlich für Personalmarketing und Recruiting eingesetzt wird (mehr Infos dazu hier). Damals hießen die Gewinner Deutsche Telekom, Bayer und Daimler . Nun liegen die Ergebnisse der aktuellen Studie vor. 

Studiendesign:

Es handelt sich um die größte empirische Analyse für den Einsatz von Social Media für Personalmarketing und Recruiting im deutschen Markt. Das heisst: wir haben die wichtigsten Social Media Kanäle gewichtet untersucht. Für jeden Kanal haben wir einen detaillierten Kriterienkatalog aufgestellt und dann überprüft, ob die untersuchten Unternehmen diese Kriterien erfüllen und wenn ja, zu welchem Grad. Meßgröße war also ein imaginäres Ideal-Engagement von Social Media Aktivitäten. Darauf basierend wurden entsprechend Punkte vergeben.

Social Media Studie 2011 Studiendesign

Untersucht wurden insgesamt 230 Unternehmen:

  • sämtliche DAX Unternehmen
  • sämtliche MDAX Unternehmen
  • sämtliche TecDAX Unternehmen
  • 30 Unternehmen der Größe bis 250 Unternehmen
  • 30 Unternehmen der Größe 251 bis 1.000 Mitarbeiter
  • 30 Unternehmen der Größe 1.001 bis 2.500 Mitarbeiter
  • 30 Unternehmen der Größe mit mehr als 2.500 Mitarbeitern

Was hat sich im Vergleich zur letztjährigen Studie geändert?

Social Media ist ein Themenfeld, in dem sich im Laufe eines Jahres eine Menge ändern kann. So haben wir den Kriterienkatalog im Vergleich zur letztjährigen Studie in folgenden Punkten angepasst:

  • bei facebook haben wir stärker zwischen Untenrehmens- und Karriereprofil differenziert
  • bei YouTube wurde stärker zwischen Produkt-, Unternehmens- und Karrierevideos unterschieden
  • bei YouTube, XING und LinkedIn haben wir verstärkt darauf geachtet, dass nur explizite Karriereauftritte in die Bewertung eingeflossen sind
  • bei XING und LinkedIn haben wir in der aktuellen Studie nur Gruppen bewertet, welche im Bereich Karriere leigen und frei zugänglich sind oder sich ausdrücklich auch an Interessierte wenden.

Was sind zentrale Ergebnisse?

Insgesamt muß man konstatieren, dass immer noch zu viel über die Bedeutung von Social Media geredet wird, anstelle es wirklich ernsthaft einzusetzen. Im Klartext: ja, es gibt eine vorsichtige Tendenz, dass die Bedeutung von facebook & Co zunimmt, aber viele Unternehmen scheuen sich entweder noch, überhaupt aktiv in das Thema einzusteigen oder aber starten ihre Social Media Aktivitäten nur halbherzig. Natürlich gibt es auch herausragende Beispiele von Unternehmen, welche die Social Media Klaviatur souverän spielen, dies sind zur Zeit aber immer noch (!) noch eher Ausnahmeerscheinungen. Einige zentrale Ergebnisse zu den 230 untersuchten Unternehmen:

  • Nur 27 % binden Social Media auf den Karriere-Websites in Form von Entrypoints, User Generated Content oder „Tell a friend“ Funktionen ab.
  • 86,5 % sind zwar auf facebook präsent, jedoch haben nur 8,3 % eine Karriere-Fanpage. Die meisten Unternehmensprofile auf facebook besitzen oft nur den Firmennamen, ohne Unternehmensbeschreibung oder nur mit einer Beschreibung aus Wikipedia.
  • Nur 6,5 % sind mit einem Karriere-Account auf twitter aktiv.
  • 74 % haben Videos auf YouTube, spezielle Karriere-Videos dagegen haben nur 22 %.
  • XING ist die Plattform, auf der die meisten Unternehmen vertreten sind. 94 % aller Unternehmen sind auf XING.
  • 67 % nutzen LinkedIn.
  • 65 % nutzen kununu.
  • 52 % sind auf StudiVZ vertreten.
  • 20 % auf SchülerVZ.

Die Steigerung des Social Media Engagements für Personalmarketing und Recruiting beläuft sich im Vergleich zum Vorjahr auf:

  • 6,95 Prozentpunkte bei den DAX Unternehmen
  • 3,29 Prozentpunkte bei den MDAX Unternehmen
  • 1,81 Prozentpunkte bei den TecDAX Unternehmen
und fällt somit insgesamt recht mager aus. Gesamtfazit: Social Media für Personalmarketing und Recruiting steckt also immer noch in den Kinderschuhen.

Wer sind die Gewinner?

Aber natürlich gibt es bereits auch einige Unternehmen, die den Kinderschuhen deutlich entwachsen sind. Die Top 10 der DAX Unternehmen verrate ich Euch am Sonntag im saatkorn. Blog. Im Laufe der nächsten Woche kommen dann auch die Top 10 der MDAX, TecDAX und der untersuchten Unternehmen aus dem Mittelstand. Ende nächster Woche erfahrt Ihr auch, wo die gesamte Studie erhältlich ist.

Die Unternehmen mit der höchsten Arbeitgeberattraktivität in Deutschland: Ranking von kununu

kununu logo

kununu – der Platzhirsch und Pionier unter den Arbeitgeberbewertungsplattformen – hat die besten Arbeitgeber Deutschlands ermittelt. Darüber hinaus beschäftigt sich kununu vermehrt mit der Zielgruppe Azubi.  - Um diese Fragen zu klären und auch etwas Licht in die strategischen Pläne von kununu zu bringen, hat saatkorn. mit Martin Poreda, kununu Gründer und Geschäftsführer gesprochen. Auf geht’s:

saatkorn.: „Die besten Arbeitgeber Deutschlands“: macht kununu jetzt auch in Arbeitgeber-Rankings? 

Im Gegensatz zu anderen Rankings zeigt unsere Aufstellung jene Top-Arbeitgeber, die als solche von den jeweiligen Mitarbeitern empfunden werden. Das Ranking basiert ausschließlich auf den Arbeitgeber-Bewertungen anhand der Gesamtpunkte und einer bestimmten Bewertungsanzahl. Ein weiteres Merkmal liegt in der Dynamik des TOP COMPANY-Gütesiegels: Dieses ist eine Echtzeit-Auszeichnung und kann jederzeit von den Mitarbeitern wieder „aberkannt“ werden, wenn sich beispielsweise die Arbeitsplatz-Situation zum Negativen ändert. Ein ausgezeichnetes Unternehmen kann sich daher nicht ausruhen, sondern muss kontinuierlich an der Zufriedenheit der Mitarbeiter arbeiten.
Was uns besonders freut, ist durch die Präsenz von einigen nicht so bekannten Firmen die enorme Aussagekraft dieser Erhebung: Ein guter Arbeitgeber zeichnet sich nicht durch einen starken Namen oder ein kräftiges HR-Budget aus. Vielmehr muss ein Unternehmen wissen, welche Bedürfnisse seine Mitarbeiter haben und versuchen, diese bestmöglich zu erfüllen. Und das Entgegenbringen von Respekt und Wertschätzung sind meines Erachtens die wichtigsten Benefits, Mitarbeiter glücklich und zufrieden zu machen – und dieses Engagement ist ohne Kosten verbunden.

kununu RANKING: Die besten Arbeitgeber in Deutschland.

saatkorn.: Kommen wir zu einem anderen Thema. kununu beschäftigt sich verstärkt mit der Zielgruppe Azubis. Was hat es mit dem Thema „Investition Azubi“ auf sich?
Martin Poreda von kununuDie demographische Entwicklung der letzten Jahren ist mittlerweile spürbar: Viele Unternehmen sind vom Fachkräftemangel direkt betroffen und können offene Positionen nicht mehr besetzen. Bestimmte Branchen und Berufe müssen um ihren Fortbestand kämpfen.

Wenn keine Fachkräfte zur Verfügung stehen, ist es eine gute Strategie, sich
die Fachkräfte im eigenen Unternehmen „heranzu(er-)ziehen“. Der Nutzen für
Unternehmen ist vielfältig: Das Unternehmen gewinnt junge Mitarbeiter, durch
die Ausbildung bleibt fachspezifisches Wissen weiter erhalten und nach der
Ausbildung steht dem Betrieb eine vollwertige Fachkraft zur Verfügung.

Mit dem Angebot auf kununu seine Ausbildung zu bewerten tragen wir
dazu bei, dass durch die anonyme Beurteilung von Ausbildungsbetrieben
die Qualität der Ausbildung verbessert wird und interessierte Jugendliche
auf gute Ausbildungsbetriebe aufmerksam werden. kununu nimmt seine
Aufgabe konsequent ernst – die besten Unternehmen und nun also auch mit
Auszubildenden zusammen zu bringen. Hierzu bieten wir Unternehmen an, sich
mit weiterführenden Informationen als Ausbildungsbetrieb zu präsentieren.

saatkorn.: Welche Zielgruppen wird kununu damit ansprechen?

Der Azubi-Check spricht bestehende Azubis an, die Lob, aber auch konstruktive
Kritik zu ihrem Ausbildungsbetrieb an neutraler Stelle anonym aussprechen
möchten.

Die Erweiterung des Bewertungsportfolios um das Themengebiet „Ausbildung“,
wurde schon länger von zahlreichen Seiten an uns herangetragenen: Eltern,
Azubis und die Unternehmen selbst.

saatkorn.: Wie relevant sind Arbeitgeberbewertungen heute im Jahr 2012?

Ich persönlich vertrete die Ansicht, dass Arbeitgeber-Bewertungen die neue
Währung im „War for talents“ im Social Web darstellen. Bewerber nutzen
zunehmend das Internet, um sich über die Tauglichkeit eines Unternehmens als Arbeitgeber zu erkundigen. Das Anbieten einer Karriereseite auf der offiziellen Website des Unternehmens ist dabei zu wenig: Karriereinteressierte User verlangen nach authentischer Information und Einblicken „hinter der Firmenfassade“.

Damit kommen wir zu dem hohen Stellenwert von Arbeitgeber-Bewertungen.
Diese tragen ein Puzzlestück zum Gesamtbild bei, das sich ein potentieller Bewerber über einen/den Wunscharbeitgeber zu bilden versucht. Bewertungs- oder Empfehlungsplattformen sind eine der Säulen auf denen das Internet basiert. Sie sind Trend- und Hype-resistent und werden bei vielen Entscheidungen wie bei der Auswahl eines Hotels oder bei einer Kaufentscheidung ganz selbstverständlich aufgesucht.
Wenn Personen sich vorab über das Urlaubshotel oder die DVD Kamera
informieren, ist die Suche nach Bewertungen bei der Jobwahl ein logischer Schritt.
Arbeitgeberbewertungen erfüllen das Bedürfnis, authentische Einblicke in den
Arbeitsalltag zu bekommen und helfen dabei, das berühmte „Bauchgefühl“ für
einen Arbeitgeber zu entwickeln.

Es ist klar, dass sich die Bewerber auch in Zukunft neben Social Media über
Printmedien, der Unternehmens-Website und auf Absolventenmessen
weiterführende Infos zu einem Arbeitgeber einholen. Bewertungen sind in
diesem Informationsmix jedoch eine der authentischsten und ehrlichsten
Quellen. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter für sich sprechen lassen, haben daher
ganz klar die Nase vorn – auch beim Rekrutieren.

saatkorn.: Was sind die nächsten strategischen Schritte für kununu?

kununu ist mit über 173.000 Bewertungen zu rund 62.000 Unternehmen die
größte Arbeitgeber-Bewertungsplattform im deutschsprachigen Raum – und somit
Marktführer. Um diese Position zu halten, setzen wir auf ständige Innovation
und neue Features – immer im gleichen Verhältnis Bedacht nehmend auf die 3
Hauptzielgruppen von kununu: Jobsuchende, Bewertende und Unternehmen.

Bis ins Jahr 2013 sind neue Produkte für Unternehmen und Funktionen bereits
in der Pipeline, so dass 1. uns bei kununu garantiert nicht langweilig wird und 2.
unsere User mit kununu als Innovationsführer rechnen können.

Konkret arbeiten wir derzeit an einem umfassenden Relaunch der Suchfunktionen:
In den nächsten Wochen wird eine neue Arbeitgeber-Suche online gehen, die unsere Besuchern noch rascher mit den besten Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe zusammenbringt.

Die Positionierung von kununu ist, dass wir das größte Arbeitgeberverzeichnis
bzw. -suchportal bleiben und wenn Unternehmen von Jobsuchenden gefunden
werden wollen, diese zumindest bewertet werden müssen oder selbst ihre
Mitarbeiter zur Bewertung auf kununu animieren.

saatkorn.: Martin, herzlichen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg mit kununu!