zurück in die zukunft: employer branding, social media und …print?!

angesichts der aktuellen diskussionen rund um die frage, ob die zielgruppe social media überhaupt will und der erkenntnis, dass social media zwar ein äusserst wichtiges thema für employer branding ist (und noch mehr werden wird), viele unternehmen hier aber noch ganz am anfang stehen, heute mal ein paar gedanken rund um das thema print für employer branding. macht auch sinn, denn inzwischen hat denke ich jeder mitbekommen, dass die deutsche telekom (mal wieder) innovativ unterwegs ist und als meines erachtens erstes unternehmen ein professionelles print-magazin für die zielgruppe der schüler/azubis/studenten auf den markt geworfen hat: reif.

zunächst mal muss ich sagen, dass das heft aus meiner perspektive sehr professionell und zielgruppenaffin umgesetzt wurde. klasse die idee, autoren aus der zielgruppe selbst zu gewinnen und schreiben zu lassen. in layout und redaktion wurde hier ganze arbeit geleistet. dickes kompliment an herrn sattelberger, dass er genügend weitsicht für so ein thema hat (und offensichtlich das budget dafür locker gemacht hat)! und natürlich auch richtung thomas teetz und unbekannterweise ute neher für das konzept. da kann man neidisch werden. eigentlich ein klarer auftrag für einen corporate communication spezialisten wie zum beispiel die medienfabrik, aber das heft ist eine koproduktion von telekom und spiesser. klasse idee, toll umgesetzt.

insgesamt gibts 28 seiten mit einem einleger zu informationen rund um die ausbildung und das studium bei der deutschen telekom. werbung ansonsten nur von telekom und spiesser. der rest sind zielgruppenaffine themen wie der neustart in einer fremden stadt beim studienbeginn, erfahrungen von telekom-konzernstudenten, eine leicht brand1 lastige kolumne rund um facts und figures bei der telekom (wusstet ihr, dass ein dualer student bei der telekom im ersten studienjahr 840 und im dritten 940 euro verdient?!) sowie einblicke in die ausbildung. das alles im wortlaut der zielgruppe und vom layout nicht so ganz weit weg von neon (was ich als kompliment meine).

warum finde ich als bekennender social media fan dieses konzept so gut? – ganz einfach: im netz finden leute in der regel in erster linie, was sie aktiv suchen. die telekom öffnet sich mit diesem print-magazin (auflage sind 500.000 exemplare, zum vergleich: die bravo liegt ungefähr 70.000 darunter, erscheinungsweise halbjährlich) auch passiv interessierten sowie – und das ist bei der angesprochenen zielgruppe meiner meinung nach extrem wichtig – auch multiplikatoren wie tanten, lehrern, eltern, freunden undsoweiterundsofort. also auch zielgruppen, die nicht it-junkies oder social media freaks sind…clever. und daran haken die ausschließlich auf social media fokussierten konzepte. ich meine, dass man beide welten bespielen sollte, on- und offline. die telekom hat mit ihren telekom-shops und den ausbildungszentren dann auch hervorragende distributionskanäle für eine solche zeitschrift. ein sehr wichtiger punkt: so etwas ist nicht bei allen unternehmen gegeben.

schade ist meines erachtens, dass das ganze konzept nicht kongenial online weiter geführt wird. der dazugehörige webauftritt ist momentan letztlich wenig mehr als ein e-paper des heftes und auf facebook beispielsweise sucht man (oder nur ich??!) reif (bislang) vergebens. erstaunlich für mich auch, dass auf der telekom eigenen facebook site das thema recht zurückhaltend aufgenommen wurde (s.u.) und nur mit sehr übersichtlichen kommentaren „geadelt“ wurde. aber vielleicht ist die zielgruppe auch einfach nur verwirrt, dass jemand auf einmal wieder mit print kommuniziert😉

zyniker würden hier sagen: zielgruppe nicht erreicht, die ist ja inzwischen komplett online. glaube ich persönlich nicht, aber etwas mehr diskussion rund um die erstausgabe hätte ich zumindest erwartet. aber: was nicht ist, kann ja noch werden.

die umsetzung des heftes ist meines erachtens jedenfalls sehr vielversprechend. und wenn man sich anschaut, wie andere ganzheitlich-integriert gedachte konzepte zwischen online und offline in ganz anderen kontexten als employer branding funktionieren (zum beispiel stern view) ,  könnte man annehmen, dass andere großunternehmen durchaus auch eine eigene zeitschrift für die zielgruppe in betracht ziehen könnten. vermutlich ist so ein thema aber auch nur etwas für die wirklich sehr großen konzerne in deutschland mit dem entsprechenden personalbedarf in der zielgruppe….wer interesse an einer preisindikation oder an einem konkreten angebot für ein solches heft hat, kann mich hierzu gern ansprechen: bei bertelsmann haben wir alles inhouse, was man für die umsetzung einer solchen idee benötigt, übrigens dann auch ganzheitlich-integriert gedachten ansatz, der on- und offline gleichwertig kombiniert.

auf saatkorn. weiterlesen:

die bedeutung von youtube für employer branding

die bedeutung von social media für employer branding – versuch einer bestandsaufnahme im herbst 2010

rechtliche risiken beim einsatz von social media für employer branding

employer branding glossar von embrace: erklärung der wichtigsten begriffe

5 Gedanken zu „zurück in die zukunft: employer branding, social media und …print?!

  1. Hallo Herr Hesse,

    Sie schreiben mir (wie immer;-) aus der Seele und „adeln“ ein Unternehmen, das wirklich versteht, wie professionelle Öffentlichkeitsarbeit in Schönwetter- und Schlechtwetterphasen auf allen Kanälen geht. Ziel vor Augen und dann mit den passenden Methoden/Medien/Instrumenten an die internen und externen Zielgruppen.
    Ich hatte vorgestern das Vergnügen, Herrn Kespohl als Leiter HR-Key-Accounting der Telekom im Rahmen einer PR-HR-Tagung zu erleben. Und als er dann sagte: „Das war ein Moment, wo ich dachte: Was für eine tolle Firma, für die du da arbeitest!“ dachte ich nur: „Mehr davon!“

    Herzlicher Gruß
    Astrid Braun-Höller

  2. Pingback: monster, social media und employer branding: interview mit till kästner « saatkorn.

  3. Pingback: Suppen Report KW 39 « Employer Branding von morgen

  4. Pingback: Employer Branding in Social Media: Channel oder Content? | Wollmilchsau - Das Personalberater Blog

  5. Pingback: social media für personalmarketing, employer branding und recruiting steckt noch in den kinderschuhen « saatkorn.

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