capgemini hr-barometer mit interessanten insights zu employer branding

es ist mal wieder studienzeit! komisch, dass studien und rankings immer als schwarm auftreten. naja, aber die beschäftigung mit schwarmintelligenz ist ja en vogue. bevor wir zu weit abdriften gibts in den nächsten paar tagen ein paar kurze blicke auf aktuelle machwerke, mal wieder durchgehend befragungen und keine empirischen analysen. schade, aber so ist das nun mal. los gehts mit der lesenswerten studie von capgemini consulting, dem  „hr-barometer 2011“, welches aktuell zum fünften mal im zehnten jahr durchgeführt wurde.

wer wurde wann befragt?
mitte 2010
– oberste hr-entscheidungsträger aus den größten deutschen, österreichischen und schweizer unternehmen
– fragebogen mit 42 fragen

was für eine rücklaufquote gab es?
8 %, insgesamt haben sich 98 unternehmen beteiligt

was sind die für saatkorn. relevanten ergebnisse?
in der bedeutung der strategischen relevanz von hr-themen für 2010 liegt „employer branding“ auf rang 16 von 31 themenfeldern; „web2.0 technologien“ liegen auf rang 30. ergo: das, was hier im blog steht, interessiert eigentlich keinen. schade! aber halt, so einfach darf man den rückschluss nicht ziehen, denn in der prognostizierten wichtigkeit der strategischen relevanz von hr-themen für 2012 liegt „employer branding“ auf rang 7 und die „web2.0 technologien“ liegen immerhin auf rang 22 von möglichen 31 themenfeldern. interessant ist meiner meinung nach, wie capgemini das kommentiert, achtung, zitat: „nur noch jeder siebte der befragten hr-manager sieht employer branding…in 2010 als ein wesentliches thema. damit hat es im vergleich zu 2008 klar an bedeutung verloren. seinerzeit, als newcomer mit hypeindex versehen, landete eb…auf rang zwei. … die aktuelle einschätzung drückt wahrscheinlich recht gut den stellenwert des themas aus. employer branding, die kommunikative positionierung eines unternehmens als attraktive arbeitgebermarke, ist…ein wichtiges, aber dann doch ein eher spitzes thema. in zeiten, in denen miatarbeitermangel gerade in schlüsselpositionen ein wachstumsrisiko darstellt, ist employer branding die notwendige und legitime werbung für das eigene unternehmen. employer branding brauch für den aufbau eines konsistenten, belastbaren markenversprechens und die imagebildung eine realität im unternehmen, die hierzu positiv korrespondiert. … es lässt sich hieraus jedoch für employer branding nicht die konzeptionelle und praktische gestaltungshoheit für die kern-hr-aufgaben und -prozesse ableiten.“

jetzt aber aufgepasst: das themenfeld „talent attraction & recruiting“ liegt für 2010 im ist auf rang 5 von 31 themenfeldern und in der prognostizierten relevanz für 2012 auf rang 4!

für mich sehr spannend wäre nun die klare abgrenzung von „talent attraction“ und „employer branding“. meiner meinung nach schwierig und ohnehin eher von akademischem interesse. aber das wird ja in diversen (halb-)wissenschaftlichen kreisen ausgiebig und immer noch weitgehend ergebnisoffen diskutiert. und social media oder „web2.0 technologien“ haben bei vielen befragten im vergleich zu den anderen 30 themen keine besondere relevanz, was wenig verwundert. 2010 haben viele unternehmen ja gerade erst angefangen, sich etwas intensiver mit den möglichkeiten der neuen technologien für hr auseinander zu setzen. bei etwas differnzierterer nachfrage kommen aber auch die 98 befragten der capgemini-studie zu der erkenntnis, dass die neuen medien und technologien eine (sehr) hohe bedeutung haben. auf die frage „wie wichtig denken sie, ist die nutzung neuer medien um die konnektivität der mitarbetier in ihrer organisation zu erhalten und zu verbessern?“ antworten
8 % mit „entscheidend“
47 % mit „sehr wichtig“
42 % mit „ziemlich wichtig“
und nur 3 % mit „überhaupt nicht wichtig.

was ist die saatkorn. meinung dazu?
hab ich extra an den schluß gesetzt, wen es nicht interessiert, jetzt aussteigen bitte. für alle anderen: ist doch eine akademische trennung, ob „talent attraction“ auf platz 4 und „employer branding“ auf platz 7 und „web2.0 technologien“ auf platz 22 liegen. denn: wenn man angesichts der demografischen entwicklung, des wertewandels bei jüngeren bewerberzielgruppen und der fortschreitenden technologischen entwicklung mit immer leichter bedienbarer hard- und software talente (wie auch immer für das jeweilige unternehmen definiert) anziehen möchte, dann benötigt man dafür in den allermeisten fällen eine authentische und wettbewerbsdifferenzierende arbeitgebermarke und bei einem großteil der möglichen zielgruppe auch social media (wenn man bedenkt, dass jeder 7. erdenbürger inzwischen einen facebook account hat und social media zu einem ganz normalen bestandteil des lebens wird).

die praktische relevanz für die themen ist definitiv gegeben – unabhängig davon, was 98 hr-entscheider in deutschland, österreich und der schweiz dazu denken! trotzdem ganz klare lese-empfehlung. die studie ist super recherchiert und geschrieben!

2 Gedanken zu „capgemini hr-barometer mit interessanten insights zu employer branding

  1. Talent Attraction vs. Employer Branding. Diese Begriffe müsste man schon sehr genau definieren und klar gegeneinander abgrenzen. Ansonsten dürfte das Haarspalterei sein. Insofern schließe ich mich Deiner Meinung an, Gero!

  2. Eine bestimmt sehr interessante Studie, die es lohnen wird sich genauer anzuschauen.

    Doch bei einem Punkt bun ich skeptisch. Können oberste HR-Entscheidungsträger z.B. den Aspekt Web 2.0 in der heutigen und zukünftigen Relevanz einschätzen. Das ein oder andere Mal begegnet mir zu diesem Thema doch noch eine gewisse Unkenntnis. Derartige Themen, z.B. insbesondere Enterprise 2.0, können schnell eine höhere Relevanz, bekommen.

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