Employer Branding und Social Media: 2 Praxisbeispiele, wie man Bewegtbild für die Arbeitgebermarke einsetzen kann

Das Thema „Bewegtbild“ wurde auf saatkorn. ja schon des Öfteren gefeatured. Mit gutem Recht, denn kaum ein Ausdrucksmittel bietet mehr Möglichkeiten als Film (fehlen ja eigentlich nur Tast- und Geruchssinn, Gott Sei Dank möchte man da manchmal sagen😉. Allerdings ist Bewegtbild auch noch stärker als Text oder Audio vom Geschmack des Betrachters oder der Betrachterin abhängig. Und somit gibt es gerade in kleineren Unternehmen oft die Frage, ob der Kosten-Nutzen Aufwand beim Thema Film überhaupt in einem sinnvollen Zusammenhang zu bringen ist. Dazu folgende Punkte:

  • Bewegtbild wird immer weiter an Bedeutung gewinnen
    Dies lässt sich zum Einen beispielsweise an der gigantischen Popularität von Videoportalen – insbesondere YouTube – ablesen. Andererseits stellt man fest, wenn man aufmerksam die Entwicklung von Websites verfolgt, dass Video immer mehr einer der zentralen Website-Bestandteile wird. Ich glaube, dass in 2-3 Jahren die gerade im Kontext Arbeitgebermarketing oft noch vorhandenen Textwüsten immer weniger vorhanden und von Videos abgelöst sein werden. Die jüngere Zielgruppe hat die Erwartungshaltung, zentrale Informationen über Bewegtbild zu erhalten. Dies hängt natürlich auch mit der immer größeren Verbreitung von Smartphones und anderen Devices zusammen, die das Abspielen von Videos problemlos von überall her und zu jeder Zeit ermöglichen.
  • Die Relation zwischen Einsatz und Wirkung sollte mehr im Vordergrund stehen
    Oft zählt mehr die kreative Idee und der Sympathie-Grad. Mit Videos lassen sich virale Effekte einfacher als mit Printkampagnen erzielen. Denken wir zum Beispiel mal an das geniale Darth Vader Video, welches Volkswagen im Februar zum Super Bowl live geschaltet hat. Inzwischen millionenfach geschaut, hätte wohl eine vergleichbare Printkampagne weder einen solchen Viraleffekt erzeugt, noch international für die gleiche Summe abgewickelt werden können. Also: nicht einfach nur auf die Kostenseite schauen. Klar, dass dieses Video sehr teuer war. Sondern auch auf die Nutzenseite. Nehme ich  mal an, dass das Video 250.000 € gekostet hat und inzwischen etwas über 38 Millionen Mal geschaut wurde, erscheinen die Kosten in einem etwas anderen Licht. Und: nicht jedes Video muß gleich Kino-Standards erfüllen. Es gibt auch ganz einfach produzierte Videos, die trotzdem Ihr Ziel nicht verfehlen. Hier das Video (falls es tatsächlich jemanden geben sollte, der es noch nicht gesehen hat): 
  • Die Zielgruppe ist an Videos eindeutig interessiert
    Legen wir hier einmal die Zahlen des Karriere-Kanals von Bertelsmann auf YouTube zugrunde. Diesen Kanal gibt es seit Mitte 2008. Insgesamt wurde der Kanal seitdem über 23.000 Mal aufgerufen und es wurden dort über 219.000 Videos geschaut. Ähnliche Zahlen findet man auch in anderen Karriere-Kanälen. Die Zielgruppen haben also durchaus Interesse an Bewegtbild.
An 2 Beispielen aus dem eigenen Kontext möchte ich diese Thesen einmal kurz untermauern:
  1. Der Film „Wo ist Buba?“
    Dieses Video stellt das Unternehmen medienfabrik dar. Die Agentur, in der ich den Bereich „embrace“ verantworte. Die medienfabrik ist eine voll-integrierte, ganzheitliche Agentur und die Story von Buba zeigt die gesamte Wertschöpfungskette der medienfabrik. Der Film ist von unserem eigenen Filmteam produziert worden und richtet sich in erster Linie an Kunden, aber auch an Bewerber. Hier zeige ich Euch die etwas längere Schnittfassung, es gibt auch noch eine kürzere Variante. Übrigens: die Story ist echt. Buba gibt es wirklich und der kleine Junge am Ende des Films ist der Sohn von unserem Regisseur Uwe Kleinheinrich, der den verlorenen Lieblingsteddy vom Sohnemann tatsächlich wieder beschaffen musste. Im Film seht Ihr keine Models, sondern nur medienfabrik Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Viel Spaß mit Buba:
  2. Einen Film, mit dem ich gerade für mein Team in der medienfabrik, Geschäftsbereich embrace neue Mitarbeiter/innen suche
    Dieses Video ist von 2 Praktikanten mit einfachen Mitteln sehr günstig produziert worden. Hier geht es in erster Linie darum, dass potentielle Bewerber einen Eindruck von uns und unserem Team bekommen sollen. Authentisch und nah dran. Es muß halt nicht immer „dicke Hose“ sein. Übrigens: wenn Ihr Euch bewerben wollt: nur zu. Schickt mir Eure Unterlagen an: gero.hesse@bertelsmann.de! Hier das Video: 
Bin wirklich an Feedback zu den Videos interessiert! – Danke im voraus und bis bald.
Ach ja, ein Hinweis noch in eigener Sache: Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals bei der Jury für den Preis „Best Innovator Social Media Personalmarketing“ bedanken, den ich letzte Woche auf der SMPC in Kerpen verliehen bekommen habe. Verliehen wurde der Preis von der werben&verkaufen, westpress, Humancaps media, der Karrierebibel und complexium. Mehr Informationen dazu auf dem personalmarketingblog und auf dem nagelneuen HR Blog der werben & verkaufen.
GANZ HERZLICHEN DANK dafür – ich habe mich sehr darüber gefreut! Echte Motivationsspritze  ;-)

6 Gedanken zu „Employer Branding und Social Media: 2 Praxisbeispiele, wie man Bewegtbild für die Arbeitgebermarke einsetzen kann

  1. Hallo Herr Hesse,

    zunächst auch meine Glückwünsche zum Preis auf der #SMPC !

    Bewegtbild und Arbeitgebermarke – Der wachsenden Bedeutung von Videos stimme ich zu , aber die Frage ist, für was sind Bewegtbilder besser geeignet- kurzweiliger und informativer- als andere Darstellungen ?
    Mein Feedbeack zu den Videos hier:
    VW-Video 1 ist (Produkt)- Marketing, nur mittelbar Arbeitgebermarke- aber HR hat damit nicht zu tun;-) Video2 : zeigt tatsächlich Arbeit in Agentur = employer branding
    Video 3: fand ich eher langweilig – Geschmacksache ;- (das hat nichts mit low budget zu tun ) kürzer wäre „Standbild“ eines Teammitglieds mit charakteristischer Aussage
    Welcher Inhalt ist wirklich für Video geeignet, wann ist Infografik, White Paper oder Podcasto.ä. angesagt?
    Vg, Elke König @jobagentin

    • Hallo Frau König,

      vielen Dank für Glückwünsche und Kommentare! Das VW Video ist selbstverständlich kein HR Video. Es ging mir nur darum, zu zeigen, dass das Kosten-Nutzen Verhältnis bei Videos betrachtet werden muss. Und das scheint hier zu stimmen. Der Artikel heisst ja auch 2 Beispiele für Arbeitgebervideos. Und da eben einmal eine etwas kostspieligere und eine etwas preisgünstigere Variante. Besten Dank und Gruß

      Gero Hesse

  2. Lieber Herr Hesse
    Schöner Film, das Imagevideo. Tolle Farben. Schneller, aber nicht hektischer Schnitt und natürlich tolle Locations. Fast hätte ich nicht gedacht, dass es sich bei den Akteuren hier wirklich um eigene Mitarbeiter/innen handelt. Kompliment. Grundsätzlich bin ich oft ein bisschen skeptisch, wenn Produkt- oder Imagewerbung mit Kindern gemacht wird – der Grat zwischen plumper Effekthascherei (der „Jöööhhh-Effekt“) und wirklich sympathischer Werbung, die einen ein Lächeln auf die Lippen zaubert, ist doch verdammt schmal. Chapeau – um ein bisschen eine französische Note reinzubringen (was ja auch wieder abgedroschen sein kann…). Hervorragend gelungen! Charmant umgesetzt, informativ und nicht langweilig – und der Filius am Schluss dann wirklich ohne wenn und aber toll. Zum Jobvideo… nun ja, dass ich das prima finde, dürfte Sie ja kaum überraschen. Es ist doch immer wieder verblüffend, wie Personalwerbung mit verhältnismässig einfachen Mitteln informativ daherkommen kann. Einziger Wehrmutstropfen – die tollen Räumlichkeiten (und die Eisdiele…) lassen mich in meinem Zürcher Vorstadtgrossraumbüro schon ein bisschen neidig werden… Nun ja, vielleicht bewerbe ich mich doch noch, überschlaf‘ die Entscheidung aber jetzt erst einmal. Herzliches Grüsse aus Zürich von Jörg Buckmann

    • Lieber Herr Buckmann,

      vielen Dank für das nette Feedback! Ja, bewerben Sie sich ruhig 😉 Ich hoffe, wir sehen uns im September in Zürich!

      Besten Gruß

      Gero Hesse

  3. Hallo Gero,
    auch von mir herzliche Glückwünsche zum Preis „Best Innovator Social Media Personalmarketing“! Euer Karrierevideo ist klasse. Das kommt sehr „echt“ und sympatisch rüber. Wenn Gütersloh nicht so weit weg wäre…😉
    Wir haben mit unserem Karrierefilm als mittelständisches Unternehmen übrigens sehr gute Erfahrungen mit der Veröffentlichung auf jobtv24 gemacht. Man kann hier kostenfrei eigene Videos hochladen lassen. Zum Vergleich: Wir haben unser selbst produziertes Video zur gleichen Zeit auf YouTube und Jobtv24 veröffentlicht und bisher auf YouTube 943 Views und auf Jobtv24 29.578 (!) Views erreicht.

    Viele Grüße aus Nagold,
    Jana Chatwell

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