Mitarbeitersuche per Video – Interview mit MovingIMAGE24 Geschäftsführer Tim Schwenke

Bewegtbild und kein Ende. Schön so, Video macht ja auch Spaß! Nach dem klasse twitter-Video (für die wenigen, die es noch nicht kennen sollten: man findet es hier) und der Berichterstattung über die Nutzung von Bewegtbild in der Schweiz heute ein Bericht aus der deutschen Hauptstadt. Dort hat MovingIMAGE24 seine neue Zentrale. Und sucht Mitarbeiter. Natürlich per Video…mehr dazu hat uns Tim Schwenke, Geschäftsführer von MovingIMAGE24, zu erzählen. Auf geht’s:

saatkorn.: Bitte stellen Sie den Saatkorn-Lesern Movingimage24 doch kurz vor! Sind Sie aus Jobtv24 entstanden? Wenn ja, warum der Namenswechsel?
Tim Schwenke, MovingIMAGE24Richtig, gestartet sind wir als JobTV24 und haben für Firmen Recruitingvideos und Unternehmensfilme produziert, was wir heute noch sehr erfolgreich machen.  In den Jahren 2006/2007 wurde es mit der technischen Entwicklung und den Ausbau von schnellen Internetverbindungen auch möglich, diese Filme im Internet zu streamen. Und schließlich wurde die Nachfrage nach einer leistungsfähigen Streamingtechnologie so groß, dass MovingIMAGE24 entstand.

Der erweiterten Geschäftsausrichtung des Unternehmens wurde der ursprüngliche Name nicht mehr gerecht. Die Umfirmierung zu MovingIMAGE24 GmbH war daher der logische Schritt zur Beantwortung dieser Entwicklung. Das breite Angebotsspektrum rund um das Thema Online Video wird somit zukünftig bereits im Unternehmensnamen dargestellt. Ich begleite das Unternehmen seit seiner Gründung und mich fasziniert immer wieder die rasante Entwicklung von Bewegtbild im Internet.

saatkorn.: Sie suchen nun mit einem Video selbst MitarbeiterInnen, konnten Sie bereits erste Erfolge verbuchen? – Sind Videos noch in erster Linie Personalmarketing- oder bereits Recruitinginstrumente?
Durchaus! Unsere Mitarbeiter haben in allen sozialen Netzwerken das Video gepostet – uns wurde erzählt, dass sogar Freunde unserer Mitarbeiter das Video weiter geteilt haben. Eine wunderbare Entwicklung für uns, denn so haben uns viele Bewerber angesprochen, die unser Unternehmen im Film gesehen haben und sagen „Das passt zu mir“. Das ist natürlich der Optimalfall, und genau dies ist ja auch die Intention eines Recruitingvideos: die Passgenauigkeit der Bewerber zu erhöhen. Insofern: Videos sind beides. Als Personalmarketinginstrument zeigen Videos, wer wir sind und was wir bieten. Als Recruitinginstrument sorgen sie dafür, dass wir Bewerber anziehen, die denselben „Spirit“ wie wir haben.

saatkorn.: Bitte zeigen Sie doch Ihr persönliches Video-Highlight aus den Themenbereichen Personalmarketing oder Recruiting!
Das ist natürlich ein Video von uns – der Clip von MINI, der im letzten Jahr den Best Of Corporate Publishing Award in Silber gewonnen hat:

Hier der Link auf die Plattform von JobTV24.

Der Film verkörpert zum einen die Marke MINI und deren spritziges Image. Auf der anderen Seite werden damit Bewerber gesucht, denen das Unkonventionelle von MINI zusagt. Und das hat bei MINI gut geklappt: nach dem Video wurde die Einstellungsquote um 65 % Prozent erhöht – einfach, weil sich plötzlich Personen beworben haben, die besser dem gesuchten Profil des MINI-Verkäufers entsprechen.

saatkorn.: Was denken Sie über das aktuelle Twitter-Video, welches sich ja über schlecht gemachte Arbeitgebervideos lustig macht?
Es zeigt auf witzige Art die Fehler, die entstehen können, wenn Unternehmen zu stark Werbebotschaften senden, anstatt auf professionelle Art und Weise ihr Selbstbild zu vermitteln. Wichtig ist doch aber tatsächlich, dass sich eine Firma authentisch präsentiert und der Bewerber von vornherein eine Idee vom Unternehmen erhält – und nicht später sowohl Bewerber als auch Unternehmen im Onboarding-Prozess merken, dass sie eigentlich etwas anderes voneinander erwartet hätten.

saatkorn.: Empfehlen Sie den Einsatz von Humor? – Viele Videos wirken ja ziemlich ernst…
Selbstverständlich, eine Prise Humor kann nie schaden, das sieht man ja auch gut bei unserem eigenen Recruitingfilm. Natürlich muss es – wie bei allen Unternehmensvideos – authentisch sein und zum Stil des Unternehmens passen. Aber mit Humor geht doch vieles leichter, finden Sie nicht?

saatkorn.: Was sind aktuelle Trends auf der Schnittstelle von Video und Social Media? Wie hat sich das Medium Video  in den letzten Jahren verändert? Wohin wird die Reise in den nächsten Jahren gehen?
Video und Social Media harmonieren wunderbar miteinander – das beste Beispiel ist, wie schnell sich unser Recruitingvideo zum Beispiel über Facebook verbreitet hat. Hier der Link auf die enstprechende Facebook Site.

Gerade das Medium Video hat in den letzten Jahren einen enormen Schub bekommen, nicht zuletzt natürlich durch die Plattform Youtube – Video im Internet wird immer wichtiger. Aktuelle Erhebungen zeigen z.B., dass heute ein Internetuser im Durchschnitt ca. 50 Minuten Videos am Tag im Netz anschaut – und das ist nur der Anfang. Auch die Unternehmen haben erkannt, dass sie in Ihre Webstrategie Video als festen Bestandteil einplanen müssen – und hierfür eine professionelle Videostreaming-Lösung benötigen, die wir z.B. mit dem VideoManager bieten.

saatkorn.: Herr Schwenke – herzlichen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg mit MovingIMAGE24!

deutsche telekom #1 in der social media personalmarketing studie

unsere aktuelle studie rund um den einsatz von social media im personalmarketing und recruiting hat einen knappen, aber dennoch klaren ranking-sieger, nämlich die deutsche telekom. knapp vor bayer und daimler macht die deutsche telekom auf basis unserer empirischen untersuchung den besten eindruck unter den 110 analysierten unternehmen.

hier auch gleich ein überblick zum social media aktivitätsindex der deutschen telekom (gemessen haben wir anhand von 64 einzelkriterien, wie die unternehmen ihre social media aktivitäten auf ihrer recruiting website einbinden, ob und wie facebook, youtube, twitter, kununu, xing, linked-in, schülervz, studivz und mobile apps eingesetzt werden):

man sieht: die deutsche telekom liegt in einigen themen ganz weit vorn. hier ein paar interessante links:
deutsche telekom facebook auftritt

deutsche telekom twitter kanal

deutsche telekom auf kununu

es freut mich sehr, zum wiederholten male den verantwortlichen für personalmarketing und recruiting, marc-stefan brodbeck für ein saatkorn.-interview gewonnen zu haben, um ein wenig über die ergebnisse und die pläne der deutschen telekom rund um social media zu plaudern. auf geht’s!

saatkorn.: was sind die hauptgründe für die telekom, social media für personalmarketing & recruiting einzusetzen?
social media sind ganz einfach aus der gesellschaft nicht mehr wegzudenken. es ist ein massenphänomen und rasant steigende nutzerzahlen verschiedener plattformen und netzwerke beweisen genau das. als arbeitgeber können und wollen wir heute auf social media-plattformen nicht mehr verzichten. undenkbar. denn auf facebook und co. erreichen wir die zielgruppe, weil wir sie in ihrer erlebniswelt abholen – aber wer glaubt, auf social media geht es nur um dates, ausgehtipps und ähnliches, der irrt. die kommunikation auf social-media-kanälen birgt eine ganz eigene dynamik, jeder kann sich schnell und direkt ohne umwege über social media über jobs und das unternehmen informieren. wer uns etwa bei facebook besucht, kann sich selbst ein bild davon machen, wie unsere mitarbeiter so ticken. so etwas gab es noch nie – und es macht einfach auch spaß, dabei zu sein.

meine erfahrung zeigt, manchmal muss man einfach den mut haben, etwas auszuprobieren. und den hatten wir im letzten jahr als wir auf verschiedenen social- media-kanälen gestartet sind.

saatkorn.: könnt ihr bei der deutschen telekom sehen, dass die zielgruppen auch auf die angebote einsteigen? – eine aktuelle kienbaum-studie erweckte ja kürzlich den eindruck, als sei social media (noch) nichts für die zielgruppe…
stimmt, bei erster betrachtung der ergebnisse könnte man tatsächlich den eindruck gewinnen, dass employer-branding-maßnahmen in sozialen netzwerken am bedarf vorbeigehen. rund 40 prozent der user, die soziale netzwerke jedoch bereits täglich nutzen, können sich laut kienbaum-befragung vorstellen, in zukunft fan oder follower eines unternehmens zu werden. es komme darauf an, wie die zielgruppe abgeholt wird. was sagt uns das also? entscheidend ist es doch, mehrwert zu liefern. und der kann ganz unterschiedlicher natur sein. unsere facebook-fans fragen nach bewerbertipps, informieren sich über bildungsthemen und karriereveranstaltungen oder erfahren wie sich ein praktikum in südafrika anfühlt. aber auch tagesaktuelle themen wie etwa fußball ergebnisse werden besprochen.

saatkorn.: was sind aus deiner sicht die herausforderungen für employer branding, personalmarketing und recruiting in den nächsten 5 jahren?
für uns immens wichtig – den dialog mit den bewerbern noch weiter zu intensivieren. denn in spätestens fünf jahren haben sicherlich auch kleinere unternehmen das thema social media für sich erkannt. heißt, dass der kampf um talente auch im social media-umfeld schwieriger wird. ein ganz anderer punkt, der uns beschäftigt: wir nutzen social media ja nicht, weil es nice-to-have ist, sondern möchten authentisch auftreten und profil zeigen. dazu gehört aber auch, mit unbequemen und kritischen fragen umzugehen. feedback unserer user, wenn etwas nicht richtig läuft, nehmen wir sehr ernst und muss noch viel stärker mit unseren internen abläufen –  auch um im konzern eine kulturveränderung zu bewirken – verzahnt werden. zukünftig sollen beispielsweise facebook-nutzer erleben, dass sie mit ihrem feedback bei uns prozesse in gang setzen und reaktionen meist offener ausfallen, als manche das vielleicht erwarten. im idealfall kann unsere community kurz darauf im web verfolgen, was sich positiv geändert hat. das ist dann die königsklasse.

saatkorn.: viele unternehmen sind bei dem thema social media noch recht zurückhaltend. was sind aus deiner perspektive gründe dafür und wie glaubst du, wird sich die bedeutung von social media für personalmarketing & recruiting in den nächsten jahren verändern?
möglicherweise haben viele firmen noch nicht erkannt, wie wichtig dieses engagement ist, um zukünftig für guten nachwuchs im unternehmen zu sorgen. oder sagen wir lieber, welches enorme potential darin steckt. unser ansatz war und ist es social media nicht mal einfach so zu betreiben, sondern wirklich dahinter zu stehen und uns mit begeisterung in den netzwerken zu engagieren. allein von der zahl der bewerbungen, die uns über diese kanäle erreichen, werden wir unser engagement daher nicht abhängig machen. ich bin  davon überzeugt, dass zukünftig auch kleinere unternehmen nicht mehr auf social media für personalmarketing und recruiting verzichten können. die zielgruppen wollen aktuelle infos, wissens-vorsprung durch direkten unternehmenskontakt, persönlich zugeschnittene infos aus erster hand – und all das ist mit – achtung: ernsthaftem! -social media engagement erreichbar.

saatkorn.: ihr seid eines der ganz wenigen unternehmen, die auch bereits eine mobile app im angebot haben. habt ihr konkrete zahlen/statistiken, die den erfolg eurer app belegen?
unterwegs, im café oder im zug, quasi „jobs to go“ – das wollten wir mit unserer iphone app erreichen. genauso wie unsere arbeitsplätze mobiler geworden sind, möchten auch absolventen mobil jobs suchen und sich bewerben. wie groß dieser wunsch tatsächlich ist, hat uns jedoch überrascht, mit so vielen tausenden von downloads in kürzester zeit hatten wir nicht gerechnet.
saatkorn.: hast du noch irgendeine lustige oder spannende anekdote rund um social media für personalmarketing und recruiting auf lager?
ja, um gleich bei der iphone app jobs&more zu bleiben: hier haben wir selbst erlebt, welche power social media tatsächlich hat. als die news zur app als facebook-posting und tweet zunächst nur unserer social media-community mitgeteilt wurde, begann sofort ein unglaublicher ansturm auf die app, was uns total überraschte. noch bevor wir ein einziges werbebanner schalten konnten, hatte sich die nachricht schneeballartig im internet verbreitet. also haben wir uns (fast) jede weitere werbung gespart. und ganz großartig – eine weitere anekdote zum thema generation y und deren umgang mit dem social web erzählte mir ein kollege: als er letztens ins zimmer seiner tochter kam glaubte er, ins social media-nirvana einzutreten: sie tippte in facebook, parallel dazu nutze sie eine iphone-app, der fernseher lief ohne ton, der mp3 player spielte. auf die frage, was um himmels willen sie da tue, antwortete sie nüchtern: siehst du doch papa, hausaufgaben…

saatkorn.: lieber marc-stefan, ganz herzlichen dank für das interview.

die studie „social media im personalmarketing und recruiting 2010“ kann man HIER bestellen.

hier ein blick ins inhaltsverzeichnis: