info in eigener sache: neue studie zu social media im kontext personalmarketing und recruiting

dass social media nicht nur ein, sondern das trendthema der heutigen zeit ist, wird wohl keiner wirklich bestreiten wollen – zumindest nicht innerhalb der saatkorn. – leserschaft  😉

bei eingabe des begriffs „social media“ zeigt google stand juli 2010 eine trefferliste von ungefähr 286 mio. seiten an, während im vergleich dem user bei eingabe des stichwortes „wirtschaftskrise“ 15 mio. treffer und bei dem begriff „weltmeisterschaft“ gerade einmal „nur“ 6 mio. ergebnisse anzeigt werden.

an social media scheiden sich aber die geister und es wird polarisiert. während die einen die apokalypse der kommunikation prophezeien, sind es auf der anderen seite die evangelisten der moderne, die mit ihren heilsversprechungen die neue revolution der echtzeit-kommunikation ausrufen, reichweiten propagieren und bei inaktivität sogar den verlust der wettbewerbsfähigkeit voraussagen. gleiches gilt für das thema social media im zusammenhang mit personalmarketing & recruiting. auch hier kann man feststellen, dass die pro und cons sich medial einigermaßen die waage halten, aber es ist auch hier ein mega-thema, zu mindestens bei der schreibenden zunft, in den gängigen fachzeitschriften und in der vielzahl der blogs rund um das thema. mit blick auf die realität lässt sich stand heute feststellen, dass personalmarketing & recruiting (mit ausnahme der immer gleichen first-mover) im kontext social media überwiegend noch ganz erhebliche ausbaureserven aufweisen. soweit die vorläufigen ergebnisse der großen „social media studie 2010“ von prof. dr. christoph beck (fachhochschule koblenz) und gero hesse (embrace / bertelsmann).

hierbei wurde keine befragung durchgeführt, sondern der social media aktivitäten index der dax-, mdax- und tecdax-unternehmen untersucht, indem man das tatsächliche social media engagement jedes einzelnen unternehmens auf den relevanten social media plattformen untersucht hat. die ergebnisse werden im oktober veröffentlicht und vorab bereits den teilnehmern am workshop „web 2.0 & social media im personalmarketing & recruiting“ vorgestellt. dieser workshop soll eine brücke zwischen dem interessierten, aber eher konsumierenden social media zuschauer und dem aktiven spieler schlagen, d.h. input auf der einen seite, gleichzeitig aber umsetzung und umsetzungshilfen auf der anderen seite. nicht nur das „was“, sondern vor allem das „wie“ steht in diesem workshop im vordergrund. wie erstelle ich zielgruppengerechte arbeitgebervideos, wie erstellt man eine facebook-karriere-seite, wie twittert und bloggt man richtig. hierzu spielen sich prof. dr. christoph beck und gero hesse am ersten tag und prof. dr. wolfgang jäger und herr meser am zweiten tag die bälle zu, aber nicht nur sich, sondern im wesentlichen den teilnehmern, denn am 20./21.sept. 2010 stehen die „do it yourself infos“ zu im vordergrund. infos  & anmeldung hier.

weiterlesen:

spirofrog gründer thomas schulze im saatkorn. interview

rechtliche risiken beim einsatz von social media für employer branding

employer branding glossar von embrace: erklärung der wichtigsten begriffe

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wie kann ich eine social media analyse für employer branding nutzen?

in diversen gesprächen ist mir aufgefallen, dass es bislang noch nicht so viele erfahrungen mit social media analysen im personalmarketing-kontext gibt. zwar gibt es den einen oder anderen anbieter für social media analysen (in kurzform zur unterstützung einer gewissen trägheit ab jetzt in diesem artikel sma), der das thema employer branding bereits für sich erkannt hat, aber in der breiten fläche ist dies – zumindest nach meinem eindruck – eher noch unbekannt.

die beiden anbieter, die ich näher zu dem thema kenne, sind complexium und ethority. ich kann letztlich beide empfehlen, allerdings sind meine persönlichen erfahrungen mit complexium etwas tiefgehender, habe ich für meinen arbeitgeber doch gerade zusammen mit complexium eine sma durchgeführt. ohne an dieser stelle auf die detailergebnisse eingehen zu können und wollen, da zu neu und total geheim 😉 hier ein paar grundlegende gedanken zum vorgehen bei einer sma. eines vorweg: das ist kein hexenwerk und kann sehr dabei helfen, neue impulse und konkrete handlungsempfehlungen für die positionierung der „eigenen“ arbeitgebermarke abzuleiten.

also: sma – wie geht das?! – stellt euch einfach die „sendung mit der maus“ zum thema sma vor. auf gehts:

in unserem fall haben wir zunächst eine umfangreiche „begriffswolke“ zum kontext arbeitgeber und karriere bei unternehmen x definiert. diese begriffswolke beinhaltet kategorien und diverse begriffe, die für die kategorisierung der eigenen arbeitgebermarke relevant sind oder werden könnten.

basierend auf dieser begriffswolke und unserem speziellen briefing (insbesondere ziele der sma) wurde dann analysiert wie diese begriffe in deutschsprachigen suchmaschinen abgefragt werden. dies kann man als einzelunternehmen ohne die entsprechenden tools wie search-datenbanken und crawler normalerweise nicht selbst durchführen. zu jedem begriff wird abgefragt, wie direkt oder indirekt – zum beispiel als bestandteil – er gesucht wurde. anhand von suchmaschinen marktanteilen erfolgt basierend auf diesen ergebnissen eine hochrechnung auf den deutschsprachigen raum.

anhand von suchstrings werden dann beiträge in social media formaten wie blogs, foren, newsgroups, twitter, arbeitgeberbewertungsportalen etc gesucht und identifiziert. ergänzend dazu findet eine redaktionelle bearbeitung statt. durch einen systematischen abgleich der identifizierten beiträge mit den typischen sprachmustern und konnotationen der jeweiligen sprache werden signifikante aspekte identifiziert und gebündelt. ergebnis ist ein grafisches themen-netz, welches die diskussion zu unternehmen x als arbeitgeber detailliert abbildet. man erkennt, welche themen besonders häufig diskutiert werden und ebenso, welche themen mit anderen themen in zusammenhang stehen. in der folgenden grafik ein ausschnitt eines schönen themen-netzes von complexium rund um „betriebswirtschaft und karriere“ als verdeutlichung. so kann man sich prinzipiell auch ein themennetz für die diskussion rund um einen arbeitgeber vorstellen.

nun lassen sich solche themen-netze sowohl zu verschiedenen zielgruppen wie auch beispielsweise zu bestimmten organisationseinheiten durchführen. in bezug auf die arbeitgebermarke sehr, sehr (!) interessant, was und wie dort teilweise diskutiert wird.  ganz wichtig: hier findet eine hypothesenfreie, deskriptive beschreibung der diskussionen in den zuvor identifizierten zielgruppen statt. dies ermöglicht meiner meinung nach einen viel objektiveren blick auf die relevanten themen und verhindert definitiv, dass man – wie so oft sonst – nur „im eigenen saft schmort“.

die oben und bis hierhin beschriebenen schritte sind allerdings nur der start, da bislang das unternehmen als arbeitgeber im web und dann ggf. verschiedene zielgruppen im hinblick auf die employer value proposition analysiert wurden. ziemlich viel fleißarbeit – ein guter dienstleister muß in der lage sein, hier ein umfassendes bild, wie diskussionen auf verschiedenen plattformen geführt werden, abzugeben. basierend auf dieser deskriptiven analyse gilt es nun, konkrete handlungsempfehlungen abzuleiten, sowie sich gedanken um das controlling zu machen. denn: eine sma kann natürlich zu einem späteren zeitpunkt wunderbare vergleichswerte liefern, aus denen sich ablesen lässt, wie die handlungsmaßnahmen die diskussion rund um die eigene arbeitgebermarke beeinflussen…natürlich hoffentlich positiv 😉

so weit im schnelldurchlauf. bei fragen stehe ich gern zur verfügung. noch bessere ansprechpartner wären martin grothe von complexium oder benedikt köhler bei ethority

weiterlesen:

saatkorn. interview mit prof. dr. martin grothe zum thema social media analyse